Proben Kleiner König Dezember

La Clemenza di Tito, Mozart / Theater Erfurt/S.Baechli/C.Kueppers

„ Mireille Lebel als Sextus ist einfach zauberhaft. Warm, weich und samtig breitet sich der Klang ihres Mezzosoprans im Zuschauerraum des Erfurter Theaters aus. Sie gestaltet ihren Sextus jungenhaft, fast bübisch. Wenn sie die Worte „Parto, parto“ sprechend und singend zugleich, halb lachend und eine Spur “trotzig“ artikuliert, ist dies von höchster Intensität. Ein perfekter Sextus in vollkommen intimer und jugendlicher Schönheit.”

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Die kanadische Mezzosopranistin Mireille Lebel wuchs in Vancouver auf und studierte Musik an den Universitäten von Toronto und Montreal. Im Anschluss an ihr Studium wurde sie mit zahlreichen bedeutenden Stipendien ausgezeichnet, unter anderem durch das Canada Council und die Jacqueline Desmarais Foundation. Ihre künstlerische Ausbildung setzte sie als Mitglied des Atelier Lyrique de l’Opéra de Montréal fort. 2009 gewann sie den Jeunes Ambassadeurs Lyriques Wettbewerb, worauf eine Einladung des Theaters in Erfurt folgte, sich dem dortigen Ensemble anzuschließen. Gegenwärtig ist Mireille Mitglied des Ensembles und singt Hauptrollen im Stimmfach lyrischer Mezzosopran. Neben ihrem Engagement in Erfurt feiert sie von der Kritik gefeierte Debüts mit Opernensembles und Orchestern aus Europa und Nordamerika.

In dieser Saison macht Mireille ihr Rollen-Debüt als Charlotte in Werther an der Opéra Théâtre de Metz, Opéra de Massy, und Opéra de Reims.  Ihr Hausdebüt an der Vancouver Opera wird sie im Rahmen der Antrittsfestspiel als Cherubino in Le nozze di Figaro geben. Im Mai wird Mireille Im Rahmen der Montréal Festival Classica den Erzengel singen in Théodore Dubois’ Rarität Le paradis perdu unter der musikalischen Leitung von Jean-Claude Malgoire. Auf der Konzertbühne wird Mireille, unter der Leitung von Rodolfo Richter, Bach Kantaten BWV 20 6mit der London Bach Society singen, und auch ein reines Vivaldi-Programm mit dem Ensemble Castor unter der musikalischen Leitung von Enrico Onofri. Außerdem wird sie erneut mit Jean-Marie Zeitouni und IMusici de Montréal Bach’s Weihnachtoratorium singen, sowie mit dem Boston Early Music Festival las Minèrve in Campra’s Le carnaval de Venise. Mireille ist gespannt darauf, die Saison mit Musik von Bizet und Massenet im Rahmen der Vancouver Konzertreihe ‚ The Salon Sessions‘ eröffnen zu können.

In der Spielzeit 2015/2016 gab Mireille ihr Debüt an der Prager Staatsoper in der Hauptrolle als Carmen. Sie kehrte als Gast an das Theater Erfurt zurück in der Rolle des Orfeo in Gluck’s Orfeo ed Euridice. Außerdem führte Mireille die Rolle der Ljubica in Ana Sokolovics Oper Svadba an der Opéra de Nantes et Angers wieder auf. Sie gab ihr Debüt unter dem Dirigenten Rodolfo Richter mit Tafelmusik in Toronto im Rahmen eines Programms, das Händel- und Vivaldi-Arien umfasste. Mireille gab zudem ihr Debüt mit dem Arion Baroque Orchestra in einem Vivaldi-Programm, dirigiert von Enrico Onofri und sie debütierte mit IMusici de Montréal, wo sie sowohl Britten’s cantata für mezzo-soprano, Phaedra, als auch Bachs Weihnachtsoratorium unter dem Dirigenten Jean-Marie Zeitouni sang. Schließlich führte sie den Messiah mit der Kansas City Symphony und der Saguenay Symphony auf.

In der Spielzeit 2014/2015 kehrte Mireille nach Toronto und dem Opera Atelier zurück, um dort ihr Debut als Orphée in der Berlioz Version von Gluck’s Orphée et Eurydice zu geben. Sie sang die Rolle der Angela in der Weltpremiere von Hector Parras Wilde bei den Schwetzinger SWR Festspielen, unter der Regie von Calixto Bieito, musikalische Leitung Peter Rundel. Mireille machte außerdem ihr debut beim Internationalen Festival d’Aix-en-Provence als Ljubica in Ana Sokolovics Oper Svadba, dirigiert von Dairine Ni Mheadra and unter der Regie von Ted Huffmann und Zack Winokur. Auf der Konzertbuehne sang Mireille Handel’s Messiah mit dem McGill Chamber Orchestra, der New Jersey Symphony und L’orchestre symphonique de Trois-Rivières sowie Bach Kantaten mit Les Violons du Roy. Im Winter 2015 gewann  die Aufnahme des Boston Early Music Festivals von Charpentier’s La descente d’Orphée aux enfers, auf der Mireille sang, den 2015 Grammy in der Kategorie beste Opernaufnahme.

In 2013/2014 war Mireille wieder in zahlreichen bewegenden Rollendebüts am Theater Erfurt zu sehen, so in der Titelrolle von Rossinis La Cenerentola, als Olga in Eugene Onegin und als Nerone in L’incoronazione di Poppea. Sie kehrte an das Theater Basel zurück und gab als Zempoalla in Purcells The Indian Queen ihr Debüt an der Opéra-Théâtre de Metz, wo sie später ebenfalls Erika in Barbers Vanessa spielte. Auf der Konzertbuehne sang Mireille mit dem Erfurter Philharmonie Berio’sFolksongs, dirigiert von Samuel Baechli.

In der Spielzeit 2012/2013 gab Mireille in einer Neuinszenierung von Purcells The Indian Queen unter der Leitung von Hervé Niquet ihr Debüt beim Schwetzinger Festival. In letzter Minute angefragt debütierte sie am Theater Basel in ihrer Paraderolle als Idamante in Idomeneo. Ebenfalls in dieser Saison gab sie in Erfurt zum einen ihr Bühnendebüt in einer Neuproduktion von Carmen als auch als Sesto in Giulio Cesare in Egitto, inszeniert von Stephen Lawless. Des Weiteren sang sie die Rolle der Margaret in der Weltpremiere von Alois Broeders Oper Die Frauen der Toten, die von der Zeitschrift Opernwelt in der Kategorie „Beste Weltpremiere 2013“ nominiert wurde. Für ihre fünfte Aufnahme mit dem Boston Early Music Festival interpretierte sie verschiedene Rollen aus CharpentiersLa descente d’Orphée aux enfers und La couronne de fleurs. Die CD wird 2014 erscheinen.

In 2011/2012 debütierte Mireille in verschiedenen Rollen: der des Sesto in einer Konzertvorstellung von La Clemenza di Tito, als Fenena in Nabucco und als zweite Dame inDie Zauberflöte. Darüber hinaus sang sie die Titelrolle in Hänsel und Gretel am Theater Erfurt. Im gleichen Jahr führte ihre Karriere sie nach Frankreich, wo sie als Idamante inIdomeneo für die Opéra de Tours und als Dorilla in Scarlattis Il Tigrane für die Opéra de Nice auf der Bühne stand. Zwei Aufführungen, Les nuits d’été, dirigiert von Jean−Marie Zeitouni, und Christmas pops mit dem Dirigenten Bob Bernhardt, brachten sie im gleichen Jahr erneut mit dem Edmonton Symphonieorchester zusammen. Krönender Abschluss der Spielzeit war ihre Vorstellung von Beethovens Messe in c-Moll mit Yannick Nezet-Séguin beim Lanaudière Music Festival. 2011 erschien eine Aufnahme von Venus und Adonis des Boston Early Music Festival mit Mireille in der Rolle des Cupid.

Die Spielzeit 2010/2011 sah Mireille in zwei bedeutenden Mozart Opern debütieren; als Annio in La Clemenza di Tito mit dem Toronto Opera Atelier und in der Rolle des Idamante in Idomeneo mit dem Theater Erfurt. Ein Engagement führte sie außerdem nach New Jersey, wo sie mit dem dortigen Sinfonieorchester ihr Debüt in Mahlers 3. Sinfoniegab. Mireille verfolgte in dieser Spielzeit weitere Projekte, dazu gehörten: ein Konzert mit Bachkantaten mit Les Violons du Roy, das vom CBC Radio 2 übertragen wurde, Orlovsky in Die Fledermaus mit dem Theater Erfurt und Mahlers 3. Sinfonie mit dem Orchèstre Symphonique de Trois-Rivières.

2009/2010 wurde Mireille festes Mitglied des Ensembles am Theater Erfurt. Zu ihren Rollen gehörten Cherubino in Le Nozze di Figaro, die Titelrolle in L’Enfant et les Sorilègesund Ottone in Händels Agrippina. Für die Rolle der Dorothée in der Doucet-Barbe Produktion von Cendrillon für die Opéra de Montréal kehrte sie nach Montreal zurück. Im Anschluss sang sie beim Montreal Kammermusikfestival von Brahms zwei Gesänge Op. 91, begleitet vom Pianisten Francis Perron und dem Violinisten Marcus Thompson. Darüber hinaus gab sie ihr Debüt in der Titelrolle der Oper Carmen (Konzertaufführung) mit dem Malaysischen Philharmonie Orchester unter der Leitung von Bernard Labadie und mit dem Calgary Symphony in Händels Messias dirigiert von Ivars Taurins.

Mireilles Saison 2008/2009 war eine bunte Mischung aus Opernauftritten und Konzertarbeiten, dazu gehörten unter anderem Mahlers 2. Sinfonie mit Jacques Lacombe und dem Orchèstre Symphonique de Trois-Rivières, Vivaldi sowie Händel Arien mit Jeanne Lamon und Les Violons du Roy beim Felicja Blumental Festival in Tel Aviv, Haydns Stabat Mater mit Bernard Labadie (ausgestrahlt bei Espace Musique), Cupid inVenus und Adonis mit dem Boston Early Music Festival, der Messias mit Jean-Marie Zeitouni und den Symphonikern von San Antonio und Houston, Dorabella in Così fan Tutte zusammen mit dem Atelier Lyrique de l’Opéra de Montréal, Myrtale in MassenetsThais mit der Pacific Opera Victoria, die Rolle der Messagiera in Monteverdis Orfeo, und die Weltpremiere einer Kammermusikarbeit, eigens für Mireille vom Kanadier Michael Matthews geschrieben und vom CBC ausgestrahlt.

In der Saison 2007/2008 gab Mireille bedeutende Debüts, so mit der André Turp Musical Society (Schubert Liederabend), dem Edmonton und dem Houston Sinfonieorchester (beide für Messias) mit Bernard Labadie an der Edmonton Opera (Carmen) und mit Les Violons du Roy in einer Schubertiade, die im Programm Espace Musique für Radio Canada übertragen wurde. Während ihrer Zeit als Ensemblemitglied des Atelier Lyrique de l’Opéra de Montréal zwischen 2006 und 2009 trat sie in zahlreichen Rollen auf, darunter als Flora in La Traviata, als Mallika in Lakmé, übertragen vom National Public Radio, und als Kate Pinkerton in Madama Butterfly. Mit dem Atelier Lyrique erschien Mireille auch als Concepcion in l’Heure Espagnole und als Lisetta in Il Mondo della Luna.

Mireille ist auf den Aufnahmen des Boston Early Music Festival in den Rollen der Junon in Actéon und in Lullys Oper Thésée and Psyché zu hören. Beide Aufnahmen waren für den Grammy nominiert. Im Bereich der Gegenwartsmusik tourte sie mit der komischen OperA Chair in Love des walisischen Komponisten John Metcalf durch Wales und England, darunter waren auch Auftritte beim Buxton Festival. Darüberhinaus debütierte sie gemeinsam mit dem Toronto Queen of Puddings Music Theater in der Oper The Midnight Court der Kanadierin Ana Sokolovic im Linbury Studiotheater des Royal Opera House, London.

September 2016